Tagesgemüseburger 13.08.2020


Die sogenannte Urlaubserholung ist bei mir so schnell vorbei wie der Urlaub selbst. Sobald ich wieder zuhause bin, bin ich nicht erholt. Ich weiß nicht, ob ich weiß, wie sich erholt sein anfühlt. Vielleicht meine ich ja nicht erholt sein sondern glücklich sein. Wovon soll ich mich überhaupt erholen?

Tagesgebiet 12.08.2020


Anstatt Mittagessen, nein, als Mittagessen gibt es Sojaeis. Und ein paar Himbeeren, mhm, komisch, die schmecken seltsam. Wahrscheinlich tagelang in der Auslage vergammelt. Ich esse sie trotzdem. Wenn ich mal Krebs kriege, weiß ich warum. Oje. Aber es könnte auch am Passivrauchen im Raucherhaushalt meiner Eltern liegen. Oder an den Asbestfasern in den Schulräumen der Kindheit. Oder an meiner eigenen Raucherei in der unvernünftigen Jugend. Oder am Feinstaub in der Berliner Luft. Oder an dem vielen roten Fleisch, welches ich im Leben schon aß. Oder am aluminiumhaltigen Deo. Und so weiter.

Tagesgeschwür 11.08.2020


Hirntot im Büro. Dank Hoch Erwin oder Emil oder Fips oder wie auch immer der Kerl heißen mag fühle ich mich wie ein alter klebriger Klumpen Knete, doofe dicke rote Füße, die Haare feuchteln um den verschwitzten Schädel, wo sind meine Elektrolyte geblieben?

Tagesgebärmutter 10.08.2020


Ich sitze vor dem Bildschirm und weiß nicht wo ich anfangen soll. Und diese dämlichen Fotobücher, alles funktioniert sowas von dufte, schrecklich mühsam und langwierig. Ich habe jetzt schon zwei brav fertig zusammengestellt und gekauft und dann nicht absenden können, es nervt mich, so viel vergeudete entnervende Zeit. Ich werde nochmal ganz von vorne anfangen.

Tagesgehilfe 09.08.2020


So. Und jetzt die immer gleiche Frage : wie kann ich es schaffen, dass mein Alltag sich wie Urlaub anfühlt ? Doch dann müsste sich auch mein Urlaub wie Alltag anfühlen. Vielleicht sind Unterschiede besser; wie unterschiedliche Temperaturen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Immer gleiche Stimmung wäre wie ewiger Frühling oder so etwas. Ewiges Glück und ewiger Frühling wird auf Dauer automatisch ewige Langeweile und Überdruss und ewiger Winter. Oder ?

Tagesgeschirrschrank 08.08.2020


Heute sind wir wieder zuhause und gleich überfällt mich ein abartiger Drang . ein starkes Bedürfnis, beinahe zwanghaft esse ich ein Plunderstück nach dem anderen und kann nicht genug kriegen. Woran liegt das bloß ? Vielleicht an dem Einschreiben, welches während meiner Abwesenheit in der Postfiliale eingegangen, doch leider schon wieder zurückgesandt wurde ? Oder an der Hitze ? Nein, es liegt an mir.

Tagesgeziere 07.08.2020


Heute ist es blendend heiß und ich stelle mir vor , dass ich auf einer sonnigen Veranda herumliege und so viel Vitamin D bilde, wie ich nur kann. Ich stelle mir vor, wie ich in den Himmel blinzle und mich vom Rücken auf den Bauch wälze. Ich denke an Wasser, Wein und dicke Bücher. Ich freue mich über die nichtsnutzig vertane Zeit und die halb eingeschlafenen Füße.

Tagesgefiedel 06.08.2020


Straßenmusi; erst kommt Dudel Dudel von Neil Young, dann Dudel Dudel von …, dann Whiskey in the Jar in der alten Fassung von Wir sitzen am Lagerfeuer und einer spielt Gitarre, Student für Europa-Songbook, wer kennt das denn noch ? Oder Das Peter-Bursch-Gitarrenbuch. Whiskey in the Jar gibt es ja nun in allen möglichen Fassungen. Mush a riggedum, diggedum, dah; wack fo de daddyo… oder so.

( Quelle youtube ) :

Tagesgesichtscreme 05.08.2020


Sonne, Veranda, alte Songs von Prince; das Holzhäuschen bebt , nein, nein, wir haben ja Nachbarn, wir nehmen ja Rücksicht. Aber ist es nicht auch schön, laute Musik aus den Nebenhäuschen erschallen zu hören? Es ist nun einmal in unseren Breitengraden so : nicht jedem gefällt dieselbe Musik und manch einer will sowas gar nicht hören. Nie.

( Quelle youtube ) :

Tagesgewohnheitstier 04.08.2020


Im August durch den Wald; wie dumm, auf diesen ganzen ganz zivilen Wanderwegen trotzdem auf Abwege zu geraten. Riesige Traktorschneisen bringen uns durcheinander und leiten uns auf Irrwege. Wenn man dann auf unwegsamen Schlammwegen vor sich hin stolpert, denkt man an Hänsel und Gretel und an Naked and Afraid. Nackt, nachts und keine Brotkrumen.